MITTELWEGE
oder wie man am günstigsten an Geld kommt
Wer sich etwas leisten möchte, sollte sich stets fragen, ob er sich das auch wirklich leisten kann. Die Frage klingt vielleicht banal, wird aber spätestens bei der Kreditvergabe auf den Kreditnehmer zukommen. Denn nicht nur die Festlegung der Konditionen, auch die grundsätzliche Entscheidung darüber, ob ein Darlehen gewährt wird oder nicht, hängt davon ab, inwieweit man in der Lage ist, jetzt und künftig die damit verbundenen Zinsen und die Tilgung bei ausreichender Liquidität zu erwirtschaften.
Finanz-Fachleute sprechen hierbei von der »Kapitaldienstfähigkeit«, die ihnen neben anderen Kennzahlen als wichtiges Maß zur Beurteilung der wirtschaftlichen Verhältnisse (Bonität) dient. Sie drückt sich in der so genannten »Kapitaldienstgrenze« aus, die sich, allgemein gesprochen, aus den Einnahmen nach Steuern (Mittelzufluss) abzüglich sämtlicher Ausgaben (Privatentnahmen und Investitionen, Haushalts- und Sonderausgaben) errechnet. Werden hiervon noch der Zinsaufwand und die Kredit-Tilgung abgezogen, sollte sich ein Liquiditätsüberschuss von mindestens 20 Prozent des Mittelzuflusses ergeben, lautet eine grobe Faustregel.
Sind schließlich alle Voraussetzungen für die Gewährung eines Darlehens erfüllt, wird es eigentlich erst richtig spannend. Ähnlich wie bei der Wahl der richtigen Anlagestrategie, gilt es auch hier, zwischen drei gegensätzlichen Zielen abzuwägen. Das Dilemma dabei: Wird Wert auf »Sicherheit« gelegt und der Zinssatz für einen gewissen Zeitraum festgeschrieben, beraubt man sich der Möglichkeit einer flexiblen, rascheren Tilgung und muss unter dem Strich mit höheren Kosten rechnen. Wer hingegen mit einem variablen Darlehen flexibel bleiben möchte, setzt sich den Zinsschwankungen am Kapitalmarkt aus.
Ganz generell unser Tipp hierzu:
Zinsfestschreibungen sind nicht das Nonplusultra.
So werden bei variablem Darlehen ja nicht nur Zinserhöhungen spürbar, sondern lassen sich auch Zinssenkungen über die Zeit entsprechend nutzen. Zudem besteht alle drei Monate die Möglichkeit, das variable Darlehen auf eine Festschreibung zurückzuführen. Oder um es mit Benjamin Franklin zu sagen: »Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren.«
Welcher Finanzierungsweg ist in Ihrem Fall der richtige?
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